What happens in Canada!?
07 Jan 2012 


Der letzte Bericht ist jetzt schon ein bisschen her. Daher denke ich wäre es mal wieder angebracht euch auf den neuesten Stand zu bringen. Die bisherigen Berichte haben sich immer um ein besonderes Ereignis gedreht, hatten ein großes Überthema und alles klang immer so toll. Dieser Bericht wird sich daher ein bisschen von den bisherigen unterscheiden. Ein bisschen Veränderung ist mit Sicherheit gut! Denn dieses Mal habe ich kein großes Ereignis, sondern der Bericht wird sich aus vielen kleinen Geschichten, Veränderungen und Berichten zusammensetzten.

Wir haben Samstag den 17  Dezember und es ist viertel nach 7 Uhr, morgens hier in Alberta, Kanada. Neben mir in meinem Bett habe ich die letzten Reste von dem Adventspaket meiner Großeltern mit Zimtsternen und Lebkuchen und in wenigen Minuten ist Anpfiff zum 17. Spieltag der Fußball Bundesliga. Ich habe den ersten meiner zwei „freien“ Tage und hatte eigentlich gedacht das ich wenigstens an diesen zwei Tagen ausschlafen könnte, wobei halb sieben für mich schon ausschlafen bedeutet. Damit sind wir bei der ersten Veränderung seit dem letzten Bericht: ich habe eine neue „Hauptarbeit“. Ich bin jetzt der Einlagerspezialist bei COSTCO. Zu nächst zu Costco: Das ist mittlerweile ein weltweit operierendes Unternehmen, ähnlich aufgebaut wie etwa METRO. Ein riesiges Gebäude, eine riesige Auswahl von Klamotten, jeglicher Nahrungsmittel, Ausstattung für Küche, Büro, handwerklicher Arbeit, Sport, Bad und vieles, vieles mehr. Man muss eine jährliche Mitgliedschaft erwerben um dort einkaufen zu können. Und dann kann man sein Geld dort gut loswerden! Dann aber zu meinem Aufgabenfeld: Ich lagere morgens zwischen 5 und 10 Uhr die neue Ware ein, bin also ein Regalauffüller :)

Erst mal, wie bin ich zu dem Job gekommen? Vor 2 Monaten habe ich angefangen mich auf die Suche nach einem neuen Job zu machen, weil es auf der Alpakafarm nicht mehr wirklich etwas für mich zu tun gab. Ich habe alle Aufgaben erledigt, die Farm war nicht mehr das Wrack das sich mir geboten hat als ich Anfang August meine Arbeit hier aufgenommen habe. Zu viel möchte ich jetzt hier nicht über die Veränderungen auf der Farm reden, aber sie befindet sich jetzt auf jeden Fall in einem guten Zustand!    


Meine Arbeitsfreien Tage verbringe ich mit Farmarbeit - in diesem Fall werden Zähne und Nägel geschnitten

Meine Arbeitsfreien Tage verbringe ich mit Farmarbeit                                                                                                                in diesem Fall werden Zähne und Nägel geschnitten


 


                                                                                                                                                                                         Ich begann also zunächst damit in meinem Wohnort Innisfail überall meinen Lebenslauf einzureichen. Das ging von Tankstellen, Restaurants bis zu Produktionsfirmen für Hausisolierungen oder Wasser. Ziemlich erfolgslos! Um hier an einen Job ran zu kommen muss man Leute kennen. Und ich kenne hier niemanden, selbst die Farmbesitzer kennen hier nicht wirklich jemanden. Also ging es für mich in die nächste große Stadt, Red Deer, gute 30 km von Innisfail entfernt. Bei vier eingereichten Lebensläufen hatte ich innerhalb von drei Tagen drei Bewerbungsgespräche. Alle drei waren sehr erfolgreich und so konnte ich mich für eins der drei Unternehmen entscheiden. Ich entschied mich für Costco weil ich dort die größte Herausforderung sah in einem größeren Team(insgesamt ca. 290 Mitarbeiter) und mehr Stress und Hektik gerade in der Weihnachtszeit. Bei den anderen zwei Unternehmen wäre es sicherlich auch nett gewesen aber die Herausforderung wäre geringer gewesen. Wenn schon denn schon. Ich bin hier um Erfahrungen zu machen und dann will ich auch die größt möglichen Erfahrungen machen!

Und so arbeite ich jetzt seit einem guten Monat bei Costco. Wir haben ein geniales Team und eine wirklich gute Arbeitsatmosphäre, auch morgens um 5 Uhr. Ich arbeite Hauptsächlich in der Süßigkeitenabteilung und die Arbeit macht schon Spaß. Eigentlich sollte ich fünf Tage die Woche arbeiten. Definitiv immer Freitag von 5-13.30 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 5-10 Uhr. Dafür unter der Woche mit zwei freien Tagen, entweder Montag, Dienstag oder Mittwoch, Donnerstag, um dann an den anderen beiden Tagen von 5-13.30 Uhr zu arbeiten und so insgesamt auf 34 Stunden die Woche zu kommen. Wenn ihr den bisherigen Artikel aufmerksam durchgelesen habt dürfte euch aufgefallen sein das der „eigentliche“ Arbeitsplan nicht der Wirklichkeit entspricht weil ich jetzt Freitag, Samstag frei habe. Und so ist es wirklich schwierig in einen Rhythmus zu kommen. Einen Rhythmus habe ich aber schon ganz gut angenommen – das frühe Aufstehen. Um fit, wach und gesättigt zur Arbeit zu kommen stehe ich morgens um drei Uhr auf. Dadurch das mein „Stundenplan“ sich in ganz anderen Bereichen bewegt als geplant habe ich die letzten neun Tage gearbeitet und bin somit auch die letzten neun Tage um drei Uhr aufgestanden. Daher wundert es mich auch nicht, dass ich heute Morgen um zwei Uhr aufgewacht bin und jetzt seit halb sieben komplett wach bin. Vor den neun Tagen hatte ich zwei Tage frei, davor aber 11 Arbeitstage mit einem Tag Unterbrechung. Bis auf Müdigkeit hat mein Körper bisher aber keine negativen Auswirkungen zu spüren bekommen. Trotzdem wird es interessant zu sehen sein wie sich der unrhythmische Arbeitsplan auf meinen Körper nach ein paar Monaten auswirkt.

Aber ich habe jetzt dort meinen Platz gefunden und Costco scheint mit mir sehr zufrieden zu sein, denn obwohl meine Arbeitsgenehmigung bis Ende Juli 2012 beschränkt ist und ich angedeutet habe das ich eventuell schon Ende März wieder zurück nach Deutschland gehe haben sie mir einen neuen Vertrag gegeben der es mir ermöglicht so lange dort zu bleiben wie ich will(ich war zunächst Saisonarbeiter bis zum 15. Januar). Es gab genug Kanadische Interessenten die gerne einen langfristigen Vertrag gehabt hätten und die dann auch dort für die nächsten Jahre wären. Aber da hat sich meine Arbeit wohl ausgezeichnet und es war immer wieder lustig, weil ständig andere Mitarbeiter die teilweise schon seit 15, 16 Jahren dort arbeiten oder Vorgesetzte zu mir kamen und meinten sie hätten noch nie so einen hart arbeitenden Mitarbeiter gesehen. Ich unterscheide mich aber auch vom größten Teil der anderen Mitarbeiter weil ich nicht nur einfach meine Arbeit mache und „Befehle“ ausführe sondern versuche auch mitzudenken und Dinge zu hinterfragen.

Somit trage ich natürlich auch zu einem guten Bild der deutschen in Kanada bei :) aber ich merke auch, dass ich mir dieser Arbeit hier völlig unterfordert bin und das Lernen absolut vermisse! Für die Monate die ich noch hier bin ist es schon in Ordnung, aber länger könnte ich diese Tätigkeit nicht ausführen!  Ich nutzte aber die Möglichkeiten die das Team hier bietet. Denn Kanada ist ein Einwanderungsland und das zeigt sich auch hier. Das Mitarbeiterteam besteht also aus Leuten mit viel unterschiedlicher Herkunft und das versuche ich zu nutzten indem ich ein paar Basics der unterschiedlichen Sprachen lerne: Finnisch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch. Und einhergehend damit lerne ich auch viel über die unterschiedlichen Kulturen. Gott ist gut! (Das kann ich jetzt auch schon in Finnisch, Spanisch und Italienisch sagen)

Das ist jetzt im Prinzip der zweite Teil des Berichtes, weil nun schon ein paar Tage vergangen sind seit ich mit dem Bericht begonnen habe. Wir haben den 25. Dezember und ich sitze wieder in meinem Bett. Dieses Mal mit einer Box selbstgebackener Plätzchen von meinen anderen Großeltern. Hinter mir liegen ein paar tolle volle Tage. Die Besorgung von den letzten Geschenken, der Umzug einer Arbeitskollegin und Weihnachten. Christmas Turkey Dinner, mein erster „Stuffing-Sock“ und tolle Skypesessions mit meiner Familie. Ich hatte weiße Weihnachten, das kann ich schon mal festhalten. Aber das auch nur sehr knapp, weil wir es hier so warm haben wie sonst nur ganz selten an Weihnachten – meine Familie hier auf der Farm konnte sich nur an ein Jahr vor knapp 40 Jahren erinnern an dem kein Schnee an Weihnachten lag. Die letzten Tage hatten wir tagsüber immer Plusgrade, aber es lag vorab noch genug, damit es jetzt noch weiß ist. Es ist ja ganz nett mit den Plusgraden, gerade beim Ausmisten der Alpakascheiße. Aber ich habe die Minusgrade definitiv lieber und ich freue mich schon auf die Tage mit 30, 40 Grad below! Ich habe jetzt auch wieder angefangen mit Joggen. Joggen im Flachland ist normalerweise ziemlich langweilig, aber mit dem Schnee und den kühleren Temperaturen ist es ein bisschen eine Herausforderung. Und es wird früher oder später zu einem Kampf und daher nutze ich jetzt die Gelegenheit um mich darauf schon mal vor zubereiten.

Und jetzt sind wir beim dritten Teil und wir befinden uns bereits im Jahr 2012. Ihr seht also das ich momentan Probleme habe diesen Bericht mal in einem Stück und zügig zum Abschluss zu bringen. Kommt eher selten vor, aber es gibt ein paar Dinge die mich momentan davon abhalten: Obwohl ich noch ein bisschen hier bin muss ich natürlich schon mit einem Auge auf meine Zeit in Deutschland blicken und auf meine berufliche Zukunft. Dementsprechend bin ich an Bewerbungen dran, ebenso ist Hockey ein Ablenkungsfaktor! Zuletzt waren die Bedingungen auf dem See noch gut und ich habe dort natürlich ein bisschen Zeit beim Freischaufeln einer Spielfläche und dann selber beim aktiven spielen investiert. Und dann gibt es noch dienstags und donnerstags die Möglichkeit in der Arena für drei Dollar ein bisschen Shinny zu spielen(Eishockey ohne groß Ausrüstung). Zuletzt hatten wir sogar einen Goalie dabei und so konnte ich das erste Mal den Versuch starten ein Tor gegen einen Torhüter im Hockey zu erzielen – und es blieb nicht nur beim Versuch :)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    








Die einzigen zwei Kanadier die gegen mich antreten wollten

Und dann gibt es noch einen dritten und entscheidenden Grund der mich vom schreiben abhielt… ich bin auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Da haben wir dann die erste große Veränderung 2012. Nach fünf Monaten auf der Dodd’s Lake Alpaka Farm und einer sehr genialen Zeit mit der Familie Greenwood denke ich eine Veränderung wäre gut für mich. Ich habe den Leuten hier sehr gerne geholfen und es war wirklich eine sehr gute Zeit die ich hier hatte, was sich wahrscheinlich auch in meinen bisherigen Berichten wiederspiegelt. Aber es Zeit für etwas neues, Gott wird etwas geniales für mich vorbereitet haben und ich bin schon gespannt wie das „Neue“ aussehen wird. Darüber wird es dann auch in Kürze einen Bericht geben.


An dieser Stelle werde ich jetzt ein kurzes Fazit zum Jahr 2011 ziehen: Überragend!!!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Das erste Halbjahr 2011 bis Ende Juni habe noch bei der Bundeswehr verbracht… eine weltklasse Zeit. Überragender Arbeitsplatz: Mittenwald an der Grenze zu Österreich. Überragendes Aufgabenfeld: Gebirgsjäger, Aufklärer und Panzerfahrer. Und überragende Kameradschaft - ein Jahr lang, mit Freundschaften die ein Leben lang halten werden! Dann gab es einen Monat in dem viel „Auf Wiedersehen“ gesagt wurde. Und nun bin ich seit gut fünf Monaten hier in Kanada. Mein absolutes Traumland und einige Träume haben sich hier erfüllt. Ich habe Toronto und die Niagara Falls gesehen. Ich war einige Tage im Banff National Park unterwegs, bin mit einem Panoramazug durch die Rocky Mountains gefahren, habe Victoria und Vancouver gesehen und habe mein kleines Abenteuer entlang der Westküste gehabt. Ich habe bei minus 25°C Hockey auf dem See gespielt und habe in der Hockeyarena das erste Mal ernsthaft Eishockey gespielt. Ich habe ein NHL Game live gesehen und ich habe mehr Spiele der NFL gesehen als in den 20 Jahren davor. Aber entscheidend ist aber vor allem der riesige Gewinn an Erfahrungen und das Gewissen genau das Richtige gemacht zu haben. Und jetzt werde ich meine letzten drei Monate einfach noch genießen.

 



              Santa-Claus kennt mein Team

 

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II Teil - Urlaub vom Urlaub
02 Nov 2011 


Fortsetzung:

 

Das mulmige Gefühl wurde hervorgerufen durch die Tatsache, dass ich gaaaanz alleine an diesem Campground war, ich kein Zelt mitgenommen habe und stattdessen nur die Regenplane von einem Zelt und eine Plane für den Schlafsack, damit er trocken bleibt… einfach ein bisschen Biwakmäßiger als Zelten, der guten alten Bundeswehrzeiten wegen – und während ich meine Bratkartoffeln und Würstchen in der Pfanne rausgebraten habe, kamen die Bilder von Fußabdrücken von Bären und Berglöwen, sowie die Warnschilder es halte sich zwischen km 42 und 46 ein Berglöwe auf der zuletzt öfter gesichtet wurde, wieder hoch. Ich befand mich gerade bei km 46, der Geruch von meinem Essen war nicht unbedingt abschreckend und der gefühlte Schutz eines Zeltes war auch nicht vorhanden…




Ich hatte aber keinen Zwischenfall mit irgendeiner Art von Tier – dafür aber einen unglaublichen Moment am nächsten Morgen: Als Kind waren der Löwe und der Weißkopfseeadler meine absoluten Lieblingstiere, einer der Gründe warum Kanada schon immer eine Anziehungskraft auf mich hatte. Bereits am zweiten Tag hatte ich einen Weißkopfseeadler aus der Ferne gesehen, aber an diesem Donnerstag dem 29. September 2011 hatte ich dann „DIE“ Begegnung als ein wunderschöner Weißkopfseeadler einige Minuten über mir seine Kreise zog. So wurde mein nächster Traum erfüllt :)


 

Zusätzlich standen aber noch ein paar Kilometer zwischen mir und dem Ziel. Genauer gesagt 29 km und der härteste Abschnitt. Dementsprechend hat es nicht gut in mein Konzept gepasst das ich verschlafen hatte, weil ich mein Handy nicht gehört habe. So gab es kein Frühstück für mich sondern erst einmal 12 km Marsch um mich dann vor dem härtesten letzten Abschnitt zu stärken und eine Mahlzeit zu mir zu nehmen. Am km 58 kamen mir dann gerade drei Wanderer aus der anderen Richtung entgegen die erwähnten das sie für ein paar Abschnitte 0,8km/Stunde gebraucht hätten, was mich eher entmutigte als motivierte. Aber ich habe mich natürlich nicht lange in diesem Motivationsloch aufgehalten, habe den Mp3-Player eingeschalten, aufgedreht und bin letzten Teil angegangen.

 



Rauf und runter....



.....und mitten durch

Es war definitiv der härteste Part, das steht außer Frage. Es ging rauf und runter, mehr als sonst. Es war größtenteils ein Sumpfgebiet und der Regen der Woche bevor ich gestartet bin trug auch seinen Teil dazu bei. Trotzdem hatte ich unter dem härtesten Part noch einmal etwas anderes erwartet, ein Sumpfgebiet in dem es keinen Ausweg gibt… weil hier gab es immer wieder irgendwo eine Wurzel oder ein Stock der aus dem Sumpf herausragte. Natürlich machen das die wenigsten, aber ich bin auch nicht immer der größte Fan von den konventionellen Lösungen – weshalb ich einfach von Wurzel zu Stock zu Wurzel gehüpft bin. Das ist mit einem ordentlichem Rucksack sicherlich nicht immer die sicherste Lösung, aber sie hat mich ans Ziel gebracht, und das auch weitaus schneller als mit 800 Metern pro Stunde. Trotzdem musste/durfte ich noch eine weitere Nacht auf dem Trail verbringen. Denn es gibt an zwei Stellen auf dem Trail Flussüberquerungen die nur per Boot möglich sind und der zweite befand sich direkt vor dem Ziel. Problem dabei ist nur das der „Fähren“ Betreiber nur bis 16.30 Uhr da ist. Und so standen für mich am letzten Tag noch 5 km an, da ich am letzten möglichen Campground mein „Zelt „ aufschlug. Und so waren es im Endeffekt vier Tage an denen ich unterwegs war. Da ich aber am ersten Tag um 14.00 Uhr gestartet bin und es am letzten Tag um 11.00 Uhr beendet habe waren keine drei Tage die ich unterwegs war. Ich habe meine Erwartungen übertroffen, habe gut gearbeitet, war glücklich und zufrieden und trotzdem trennten mich noch weitere 120 km von Victoria und einem Bett. Der Shuttlebus zwischen Victoria und dem Trail fuhr zuletzt am 29.09 weshalb ich mich schon im Voraus dafür entschieden hatte mein Fahrrad mitzunehmen es am Südstartpunkt ab zu setzten und am Nordstartpunkt anzufangen, damit ich dann weniger Strecke nach Victoria zu haben.

 

Bestanden!

 

Nach einer halben Stunde Pause und einem kleinen Snack ging es weiter in die Hauptstadt British Columbias. In meinen Planungen die ich zu Hause in Innisfail durchgeführt hatte habe ich mit einer flachen Strecke gerechnet da sich die Straße grob entlang der Küste entlang zieht – aber wie auch auf dem Trail die letzten drei Tage war es ein einziges auf und ab, nur noch einmal in einer größeren Dimension! Dadurch das ich jetzt schon ein bisschen Arbeit in den Beinen stecken hatte und immer noch einen großen Rucksack auf dem Rücken erinnerten mich die sich vor mir endlosen Steigungen eher an eine Etappe der Tour de France durch die Pyrenäen als an einen Kanadischen Küstenstreifen. Nach einer knappen Stunde hatte ich endlich den ersten „Hügel/Anstieg/Berg“ geschafft, nachdem ich nach gut 45 Minuten für ein paar Meter vom Fahrrad steigen musste und schieben musste. Eine kurze und schnelle Abfahrt folgte bevor es wieder hoch ging. Der Rucksack drückte mich tief in den Sattel und ich war sehr glücklich das ich einen „Gel-Polster-Überzug“ für meinen harten Mountainbike Sattel dabei hatte. Trotzdem ließ mich die Sorge nicht los das mein ständiges Fahrradfahren mit schweren Rucksäcken(Niagara Fälle, Banff National Park und jetzt hier) Nachwirkungen haben könnte… Ich hatte einmal gehört das dabei gewisse Nerven abgeklemmt werden und Impotenz die Folge sein kann :|                                                                                                                                                                                                                          Das war dann aber nicht der Hauptgrund für mein Umdenken den Versuch zu starten per Tramping zurück nach Victoria zu kommen. Ich musste meinen Stolz überwinden und da mein Hostel in Vancouver bereits gebucht war hing die Möglichkeit Victoria wirklich zu sehen davon ab wann ich dort eintreffen würde. Kurz nachdem ich mit dem Fahrrad gestartet war traf ich auf zwei Jugendliche die mich nach meinem Ziel fragten und meinten das sie dieselbe Strecke öfters mit dem Fahrrad fahren und 7-8 Stunden brauchen. Die sind im Gegensatz zu mir aber nicht auf dem West Coast Trail vorher unterwegs und haben kein vergleichbar schweres Gepäck dabei. Ich wollte keine weitere Nacht im Freien verbringen sondern duschen und in Ruhe schlafen! Nach 2 ½ Stunden hatte jemand Erbarmen mit mir und nahm mich in seinem Pick-up mit in den ersten Vorort von Victoria, von wo aus ich dann mit dem Bus nach Victoria kam.

Nach ein paar guten Stunden Schlaf gönnte ich mir einen entspannten Spaziergang Tag durch entlang des Hafens in Victoria. Mit durchschnittlich ca. 750 Metern pro Stunde schlenderte ich in Jogginghosen umher setzte mich an geeigneten Punkten auf eine Bank, machte bewusst keine Fotos sondern genoss einfach die angenehm ruhige Stimmung und Atmosphäre die ich so in einer 330,000 (mit Region) Einwohner Stadt nicht erwartet hatte. Am späten Nachmittag war ich dann wieder bereit für einen Tempowechsel. Nach einem Blick auf die Stadtkarte entdeckte ich einen Park mit ein paar Bolzplätzen. Dementsprechend schwang ich mich auf mein Fahrrad und hoffte auf eine Möglichkeit zum kicken. Vergeblich! Fußball spielen ist hier nicht populär genug als das man an einem schönen späten Samstagnachmittag ein paar Jungs zum kicken trifft. Aber ich garantiere euch, eines Tages werden auch die Kanadier Fußball verstehen. Natürlich, Kanada ist das Land des Hockey(unser Eishockey, die gucken dich aber blöd an wenn du „Icehockey“ sagst – unser Hockey heißt „Fieldhockey“ hier). Aber der „Fußball“ ist aufgrund seiner Einfachheit so genial! Du brauchst nur einen Ball! Das ist es… beim Hockey hingegen brauchst du Eis und Ausrüstung. Wenn du im Verein spielst zahlst du beim Hockey das 5 bis 10fache gegenüber dem Fußball. Auch wenn ich den Hockeysport lieber mag als Fußball, aber ein Ball vereint die ganze Welt! Irgendwann werden sie es verstehen :)  Aber zurück zu meinem Ausgangspunkt… Es gab niemanden zum kicken und stattdessen habe ich mir dann einen weiteren wunderschönen Sonnenuntergang an der Westküste Kanadas angeguckt. Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Vancouver. Vorher gab es aber noch ein weiteres kleines Highlight. Eine Waffel bei „West Coast Waffles“ – drei junge Männer mit einer Geschäftsidee die mir sehr gut gefallen und geschmeckt hat!

 


 


 

Wildlife in Victoria

 

"West Coast Waffles"

 

Zurück in Vancouver ging es zunächst ins Hostel und dann mit dem Fahrrad ein bisschen durch die City um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen, damit ich weiß wie viel Zeit ich für welche Touren in den nächsten Tagen einplanen sollte. Und zum Abschluss habe ich noch ein bisschen NFL(American Football) bei McDonalds angeguckt. McDonalds hatte aber noch mehr zu bieten als Liveübertragungen von NFL Spielen. Bezahlbare Preise! In Victoria hatte ich mir gedacht das ich mir ja nach der „Arbeit“ auf dem West Coast Trail was gönnen könnte. Nachdem ich dann aber 30 Dollar für ein nettes Frühstück und einen Mittagsimbiss ausgegeben hatte kam schnell das Umdenken. Für Specials wie die bereits erwähnte Waffel habe ich aber gerne ein bisschen mehr ausgegeben. Man reißt ja nicht alle Tage an der Kanadas Westküste herum. Abgesehen von den Preisen gibt es aber noch weitere Besonderheiten die mir dort aufgefallen sind: zum einen die Freundlichkeit. So bedankt sich zum Beispiel jeder Fahrgast vor dem Verlassen des Buses beim Fahrer. Die Sportbegeisterung(abgesehen vom Fußball). Die Leute in Victoria und Vancouver sind wirklich sehr aktiv, hier versucht sich jeder fit zu halten. Zusätzlich dazu achten die Leute dort sehr auf ihr Essen – „Organic Food“ wird hier ganz groß geschrieben! Die Autos. Das ist der absolute Kontrast zu Alberta, der Provinz in der ich momentan wohne. Alberta ist die Provinz der Cowboys, der harten Jungs(genau der richtige Ort für mich J) – hier versuchen sich die Leute mit der Größe ihrer Autos(Pick-ups) zu übertreffen. Alberta ist von der Fahrzeugwahl ähnlich den Amerikanern. British Columbia und im speziellen Vancouver/Victoria ist eher europäisch. Die wissen die gute deutsche Qualität zu schätzen und daher sieht man viele BMW’s, Audis, VW’s und Benze’s. Ein klein wenig heimisch habe ich mich schon gefühlt! Aber es gibt noch ein bisschen mehr: Die Obdachlosen. Aufgrund der warmen Temperaturen, das ganze Jahr über ist Van und Vic ein beliebter Platz für Obdachlose. Es kommt natürlich noch hinzu das, dass eine Tourismusregion ist und es hier nicht an Geld mangelt aber ich will es niemanden übel nehmen wenn er ohne Dach über dem Kopf den Winter nicht in Alberta oder anderswo verbringen will. Einen Bericht zum Albertischen Winter wird es noch geben.

 

 


 


 

 


 

Und habe ich eigentlich schon erwähnt das es dort viele Sportbegeisterte gibt? Morgens beim Joggen habe ich das gesehen, einen weiteren imposanten Beweis habe ich bekommen als ich mich an Grouse Mountain versucht habe – The Peak of Vancouver. Im Norden Vancouvers erheben sich ein paar Berge und Grouse Mnt wird von den Einheimischen als „Überprüfung“ des eigenen Fitnessstandes genommen. Ich wollte natürlich auch ein bisschen Sport machen. Bevor es losging habe ich mich nochmal über die Wege erkundigt und mir wurde gesagt das man mit 1 ½ bis 2 Stunden rechnen soll. Ich habe gute 41 Minuten gebraucht und war der Meinung das die Zeit in Ordnung wäre … :D das böse Erwachen gab es dann an der Gipfelstation

 

 



Ich wäre also in der Altersklasse 70-79 der Männer und 50-59 der Frauen in der Top Drei gewesen!!! Saubere Leistung Bene :) Der Streckenrekord liegt bei knapp 25 Minuten. Man kann seine Zeiten messen, indem man ein „Stoppuhr“ erwirbt in dem der Name und das Alter gespeichert ist, bevor man losläuft hält man die Uhr an einen Sensor. Oben bei der Ankunft nochmal mit der Uhr an den Sensor und dann wird einem die eigene Zeit auf dem Bildschirm gezeigt. Und diese Typen machen das dann halt 1,2,3 mal die Woche. Zu meiner Verteidigung muss ich natürlich dazu sagen das die dann im Normalfall mit der Gondel runterfahren und mit dem Auto wieder nach Hause. Ich bin mit dem Fahrrad gekommen(hinzu gings nur Bergauf – zurück gabs dann eine spaßige Fahrt Bergab) und ich habe natürlich nicht die Gondel genommen und was man als Gebirgsjäger lernt ist das man sich nie 100% auf dem Weg nach oben verausgaben sollte, damit man noch Kraft und Konzentration für den Runtermarsch hat. Nein, aber das ist schon krass was da einige machen!

 








Oktoberfest in Kanada/Vancouver

Ansonsten habe ich mir ein paar Sachen angeguckt, gechillt und genossen. Zurück zu hatte ich mich wieder für den Zug entschieden. Wieder mal eine sehr gut Entscheidung! Das Wetter war besser als auf der Hinfahrt, die Farben waren intensiver und auf den Gipfeln lag schon Schnee. So habe wieder ein paar sehr schöne Fotos bekommen, ich habe mich aber dafür entschieden mich weniger mit meiner Kamera zu beschäftigen und stattdessen die Fahrt einfach zu genießen und diese Unglaublichen Eindrücke für mich mitzunehmen.

 

 

 

Mount Robson, mit knapp 4000 Metern, höchster Berg in den Kanadischen Rockies

 

Bis auf die fehlende Koordinierungsfähigkeit der VIA RAIL(Wir sind eine halbe Stunde vor Abfahrttermin losgefahren, nach kurzer Zeit wurde ihnen aber klar das noch nicht alle Gäste und noch nicht das komplette Gepäck an Bord war. Zudem standen wir eine viertel Stunde von meinem Zielbahnhof entfernt für gute 1 ½ Stunden, Züge wurden vorgeschickt, wieder zurück geschickt, wir sind vor gefahren, wieder zurück und so weiter bis wir es endlich geschafft hatten) – Wenn man überlegt das pro Tag vielleicht zehn Züge durch Edmonton fahren und die Beamten dort den Überblick über ganze sieben Gleise behalten müssen ist das Ergebnis schon sehr ernüchternd. Trotzdem Alles in Allem war das eine überragend sensationelle Zeit mit super Erlebnissen!!!

 

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Der Urlaub vom Urlaub
24 Okt 2011 

Ja Mann Urlaub vom Urlaub wer hat das schon? Auch wenn es natürlich übertrieben ist und ich will damit auch nicht sagen das ich hier nichts tue, aber gefühlt sind das hier acht Monate Urlaub. Weil Kanada ein, mein Traumland ist und hier alles für mich Urlaub ist :)

Und nun bin ich zurück aus Beautiful British Columbia, knappe zwei Wochen mal wieder umgeben von einer beeindruckenden Natur, tollen Menschen und vielen neuen Eindrücken und mit ein paar neuen Stories!!!

Los ging es am 24. September von der Farm aus mit Cliff und Shirley meinen Farmern nach Edmonton. Dadurch das am nächsten Tag mein Zug von Edmonton aus losfuhr haben wir das damit verbunden, dass Cliff und Shirley ihren Sohn Chris besucht haben und auch ich dort noch eine Nacht verbracht  habe, bevor es am Sonntag um 7.30 Uhr nach Vancouver losging.

Ich bin heiß auf die Westküste!

Gute 1,100 km liegen zwischen den beiden Städten, und in meinem Fall 26 Stunden Zugfahrt. Das heißt das war kein ICE oder TGV sondern ein Bummel-, ein Panoramazug. Aber es hat sich gelohnt und jeder der nach Kanada kommt sollte zumindest eine Teilstrecke mit dem VIA Rail oder anderen Gesellschaften fahren. Von Toronto bis nach Vancouver ist die Strecke die man mit VIA Rail zurücklegen kann. Das sind einige Kilometer, einige Tage und einige Kanadische Dollars die man da loswerden würde. Ich habe vermutlich den genialsten Streckenabschnitt mitbekommen. Durch den Jasper National Park, die Rocky Mountains und durch Beautiful British Columbia. Wie gesagt es war eine Art  Panoramazug. Mit zwei Bahnhöfen die wir zwischendurch angefahren sind und einer Raucherpause ;)  Besonders schönen Attraktionen, die man Teilweise auch nur zu Gesicht bekommt wenn man mit dem Zug fährt, wurden über die Lautsprecher angesagt und das Tempo wurde verlangsamt um jedem die Möglichkeit zu einem guten Foto zu geben. Fotos habe ich gemacht, einige und auch einige schöne! Das war wirklich einfach unglaublich!!! Ich bin immer von rechts nach links gehüpft um ein noch schöneres Foto zu bekommen… UNGLAUBLICH wie schön das war. Die Farben der Baumblätter verändern sich gerade und in dem Meer von Nadelbäumen sieht das natürlich genial aus wenn hier und da hellgrüne und gelbe Baumgruppen herausstechen. Dann noch die Berge und ab und zu hat die Sonne durchgeblinzelt – WAHNSINN






















Und auch wenn es gerade Nacht war und ich versucht habe in meinem Sitz zu schlafen und es geregnet hat als ich kurz Vancouver wieder aufgewacht bin, British Columbia ist schöne, wunderschön, das hat sich in den nächsten Tagen herausgestellt. In Vancouver angekommen musste ich zunächst schauen das ich das Festland schnell verlasse um auf Vancouver Island in die Hauptstadt BC’s – Victoria zu kommen, denn der nächste Programmpunkt stand auf dem Plan. So habe ich mich mit einem großen Rucksack auf dem Rücken und einem kleineren vor der Brust, sowie meinem Fahrrad(dem Fahrrad das mir John – Schwiegersohn von Cliff und Shirley für meine Zeit auf der Farm gegeben hat) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg Richtung Fähre gemacht. Die Öffis sind in Vancouver und Victoria auch das einzig preiswerte, was ich relativ schnell erkennen musste. Nachdem aufgrund des Wetters einige Fahrten mit der Fähre abgesagt wurden bin ich aber doch noch in Victoria gelandet. Auf der Busfahrt hatte ich dann einen netten älteren Herrn als Sitznachbarn, der mir schon die ersten Tipps und Geschichten von Victoria erzählt hat. Angekommen im Hostel musste ich die letzten Vorbereitungen treffen um am nächsten Tag auf dem West Coast Trail meine Herausforderung zu beginnen. Trotzdem war am Abend aber noch Zeit um mit einem Schweizer und einem Franzosen, die ich im Hostel kennen gelernt hatte noch ein(!für mich nur eins) Bierchen im Pub zu trinken.

Der West Coast Trail … ist prinzipiell ein Wanderweg. Gebaut wurde er um Leben zu retten, denn an diesem Küstenabschnitt kam es immer wieder zu Schiffsunglücken mit gestrandeten und zerschollen Schiffen mit vielen Toten. Gestorben sind die aber nicht alle beim Unglück selber sondern hinterher, weil sie den Weg nicht mehr zurück in die Zivilisation geschafft haben. Das liegt daran das es ziemlich unmöglich ist! So war die Regierung dazu gezwungen einen Rettungspfad zu bauen. Mittlerweile ist dieser Rettungspfad zur Attraktion für Sport- und Wanderbegeisterte geworden. 75 km durch die Wildnis, rauf und runter, am Strand entlang, durch Sumpfgebiete, Leitern hoch, Leitern runter. Es wird auf der Internetseite darauf hingewiesen, dass man das nur mit guter Vorbereitung und einem guten Fitnessstand machen sollte. Meine Vorbereitung war nicht unbedingt optimal und mein Fitnesszustand war nicht auf dem Hochpunkt auf dem ich ihn einmal hatte. Aber für mich stand fest das ich kämpfen MUSSTE, WOLLTE und auch TAT um keine 5-7 Tage zu brauchen wie es auf der Internetseite angegeben ist. Gelesen hatte ich bereits vor eineinhalb Jahren vom West Coast Trail, in einem Reiseplaner für Kanada den ich zu Weihnachten von meinen Eltern bekommen hatte. Der Autor hat 7 Tage das sind gute 10 km pro Tag – Ich konnte damals kein Verständnis dafür aufbringen :) Ich musste jedoch relativ schnell erkennen das, dass schon möglich ist. Nachdem ich von einer Mitarbeiterin des Trails an meinem Startpunkt, dem North Headquarter,  ein paar Tipps auf den Weg mitbekommen hatte wie ich mich beim einem  Zusammentreffen mit einem Bären, Wolf oder Berglöwen verhalten sollte und das ich auf den Gezeitenplan für Flut und Ebbe gucken sollte den sie mir mitgegeben hatte…                                 

Tag I

Start war dann am 27.09 um 14 Uhr – Nach ein paar Metern wartete die erste Leiter auf mich, ein treuer Begleiter über die nächsten 75 km! Nach Angabe der Trail Mitarbeiterin würde zunächst ein einfacher Part auf mich warten, nicht zu viele auf‘s und ab’s und nicht zu viele Bereich in denen man einsinkt. Im Nachhinein kann ich auf jeden Fall sagen das sie Recht hatte! Mein Ziel war daher so viele Kilometer wie möglich zu machen weil zu diesem Zeitpunkt der Faktor „Kraft“ noch keine große Rolle gespielt hat. Trotzdem war ich am Abend von meiner Leistung enttäuscht! Ich bin um 18.30 Uhr bei km 16 angekommen, an dem  sich ein Campground befand( = Platz mit Scheißhaus und Foodlocker, damit man nach dem Abendessen seine Lebensmittel nicht im Zelt behält und damit die Bären anlockt). An diesem Campground gab es aber noch eine Überwachungshütte, die unbewohnt aber offen war. Ich habe diese Chance natürlich genutzt um im warmen zu schlafen!!! Denn eine alte HMF Weisheit sagt: „In guten Zeiten, bereite dich vor auf die schlechten Zeiten“.  Ich hatte es warm, habe gut gespeißt, gut geschlafen und es gab trockenes Feuerholz in der Hütte welches ich gebrauchen konnte, da die Tage vor meinem Start regenreich waren. 

 




                                                                                             



 





 

 

 

 


Tag II

Am nächsten Morgen war Abmarschzeit um 0700. Nun stand ein langer Tag vor mir: denn es war weiterhin einfaches Terrain(im Vergleich zum letzten Abschnitt) , ich hatte erst einen halben Tag an laufen in den Beinen und am ersten Tag hatte ich enttäuscht. Das erste Ziel war km 32. Dort wartete eine Pause und etwas Mittagessen auf mich. Dort befand sich ein Hindernis welches ich nicht aus eigener Kraft bewältigen konnte – ein zu breiter Fluss. Zu breit für eine einfache Brücke und zu breit für ein stabil stehendes „Cable-Car“. Von daher war ich dort auf einen Indianer angewiesen der dort sein Boot hatte und Besucher des Trails hin und her schifft. Dort gab es dann für mich dann frisch gefangenen Lachs und eine Kartoffel(für billige 25 Kanadische Dollar).  Von da an ging es dann weiter für mich. Schließlich bis km 46. Da ich mir am Ende noch viel Zeit für Fotos genommen hatte war es bereits dunkel als ich mein „Zelt“ aufbaute. Dies trug nur bedingt dazu bei das etwas mulmige Gefühl loszuwerden…… 

 


Das Cable-Car

Mittagessen beim Indianer


so langsam wird es etwas sumpfiger

 

 

Ooooohne Worte!!!



...Fortsetzung folgt

 

 

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Neuestes von der Alpakafarm
14 Sep 2011 







Die Tour durch den Banff National Park ist jetzt schon eine

Weile her und ich habe jetzt auch ein bisschen länger nichts mehr von mir hören
lassen… es wird wieder Zeit, nachdem doch die ein oder andere Nachfrage
gekommen ist


Der Lebensalltag auf der Farm ist sehr abwechslungsreich und ich habe immer noch meinen Spaß! Nachdem ich mich in den ersten Wochen erst
einmal eingewöhnen musste, das ganze Umfeld(Mensch und Tier) kennen lernt musste und einen Überblick über die Farm brauchte bin ich jetzt Mittendrin statt nur Dabei! Allgemein ist zu sagen, dass ich hier ein sehr angenehmes Arbeitsleben habe und mittlerweile entscheide ich wie der Tag läuft und was auf der Farm abgeht und ich muss auch ehrlich sagen das es hier jetzt wirklich gut aussieht. Als ich hier ankam und mir einen Überblick verschafft habe lag hier und da und dort irgendetwas rum. Das ist auch verständlich, denn Cliff und Shirley können in ihrem Alter keine Bäume mehr fällen und mit sich rumschleppen und John und Lori haben ihre normalen Jobs und wenn sie dann auf der Farm sind
liegen die Prioritäten bei der Arbeit mit den Tieren und handwerklicher Arbeit um zum Beispiel Dinge an den Hütten der Tiere auszubessern. Und so lagen alte Zäune, Gitter, Schrott, Bäume, Müll und was weiß ich nicht alles auf ein paar Hektar verteilt rum. Demenstprechend lag meine Hauptaufgabe darin für Ordnung zu sorgen. Diese bin ich auch mit Begeisterung angegangen und habe sie mit Begeisterung auch so ziemlich zum Ende gebracht! Eines der wichtigsten Tools dabei war mein MP3-Player. Ohne den hätte ich diese
Aufgabe sicherlich nicht sehr souverän gelöst. Mit der Musik im Ohr war ich ständig am Singen oder am Tanzen, was akustisch gesehen wahrscheinlich kein Genuss für die Alpakas war und ich insofern auch ein wenig Verständnis dafür habe das Chandra mir stellvertretend für die anderen vorletzte Woche ins Gesicht gespuckt hat :)
Aber ich hatte meinen Spaß und das Endresultat kann sich sehen lassen. Wochen Ends sind John, sein Kumpel Jordan und ich meistens mit Wintervorbereitenden Maßnahmen beschäftigt. Da hier problemlos Temperaturen von minus 30-40°C erreicht werden können und mit
dem entsprechendem Wind es nochmal ein bisschen runter geht brauchen die Alpakas einen dementsprechenden Schutz. Es gibt ein gewisses Basispaket an Hütten die ihnen zu Verfügung stehen aber hier wird es Winter, also ich meine hier gibt es wirkliche Winter! Zusätzliche Hütten um mehr Platz für die Tiere zu haben sowie Optimierung an den Vorhandenen – besserer Windschutz, Verbesserung der Infrastruktur
um schnell und effektiv bei minus 20 ° dann die Scheiße rauszuschaufeln :) jaja so ist das. Hoffentlich werde ich diese Temperaturen
hier auf der Farm noch miterleben!!!

Momentansind wir auch noch an der Planung für einen Tag der offenen Tür hier auf der
Farm um Interesse für die Tiere aber auch für die Produkte aus Alpakawolle zu
wecken. Hierbei werde ich wahrscheinlich seeehr viel gerade im
organisatorischem Bereich helfen weil ich ehrlich sagen muss das hier nicht
unbedingt die Stärken meiner kanadischen Familie liegt. Aber zusammen schaffen
wir das.


Einen Ausflug hatte ich noch am letzten Wochenende. Mit Lori
und John ging es nach Edmonton zu Loris Bruder und seiner Familie. Auf dem Weg
dorthin habe ich den Onkel und die Tante von meinem Opa besucht. Spontan haben Lori, John  und ich mich bei ihnen zum Mittagessen eingefunden und in der folgenden Woche kam ihr Sohn Tim bei mir auf der Farm zu Besuch. Als kleiner Junge war mein Vater in den 70er Jahren mit seinem Bruder und seinen Eltern bei Richard, Maria und den Kindern zu Besuch was der Grund dafür ist das ich ein bisschen mit Football aufgewachsen bin und so auch der jeweils erste Sonntag im Februar jedes Jahr eine besondere Bedeutung hat - SUPERBOWL -

                                         
Aber womit ich ja eigentlich angefangen hatte war das Wochenende in
Edmonton. Auf dem Programm stand viel Barbecue und ein Besuch in der Western
Edmonton Mall, einer der größten Einkaufsmalls der Welt. Was da so alles drin
ist könnt ihr dann den im Anhang beigefügten Bildern entnehmen. Wahnsinn auf
jeden Fall, ganz spannend um sich das als Sightseeing zu machen aber zum Einkaufen gehe ich gerne woanders hin, obwohl ich
mir sogar ein T-Shirt und zwei paar FlipFlops dort gekauft habe.

Und so geht das Leben auf der Alpakafarm weiter und ich hoffe es geht euch in Deutschland wenigstens ansatzweiße so gut wie mir :)









... was man nicht alles in einem Einkaufszentrum unterbringen kann :













Admin · 69 mal angesehen · 0 Kommentare
Banff, ohh du schönes Banff
27 Aug 2011 
Banff National Park, AB Canada

Ohhhh jaaaaa Mann, fünf Tage war ich im Banff National Park unterwegs und es war einfach nur genial!!!

Gestartet bin ich am Donnerstag den 18. August hier auf meiner Farm mit John. Wir sind mit seinem Pickup Richtung Banff losgefahren. Ich habe ein Zelt und ein Fahrrad mitgenommen um so die fünf Tage einfach zu 100% die Natur Kanadas zu erleben und zu genießen!
In Banff habe ich noch etwas Nahrung gekauft, damit ich mir über dem Feuer immer eine schöne warme Mahlzeit zubereiten kann. John hat mich dann beim nächsten Campground rausgelassen und ist wieder zurück nach Hause gefahren. Von jetzt an ging es los... Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte habe ich mir die Karte geschnappt mir einen schön abgelegenen See gesucht und den dann mit dem Fahrrad und zu Fuß aufgesucht...
Da es schon langsam auf den Abend zuging kamen mir nur noch ein paar Leute entgegen und so hatte ich im Endeffekt den See, die umleigenden Berge nund das ganze Panorama für mich alleine :) Das war einfach ein Gefühl der absoluten Freiheit. Freiheit und ein schönes Gefühl der Einsamkeit, ein genialer erster Tag!
Um nicht mehr im dunkeln durch die Wildnis zu irren bin ich lieber zurückgelaufen, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die ganzen Warnungen und die Stories im Kopf die einem erzählt werden wenn man in die National Parks kommt: die Bären werden dich fressen! grob zusammengefasst ist das die Aussage der Warnungen und so manipuliert man im Prinzip die Menschen und zwingt sie zum Kauf von Bärenglocken und Bärenspray. Natürlich gab es schon den ein oder anderen Zwischenfall mit Bären, die kein gutes Ende hatten, aber trotzdem wird auch viel übertrieben, bzw. man geht übervorsichtig mit dem Thema Wildlife um, was ja prinzipiel richtig ist, aber ich werde immer gegen den Strom schwimmen :) also habe ich mir keine Glocken gekauft, die, die Bären schon von weitem warnen und verscheuchen soll. Und das Bärenspray war mir auch zu teuer...
Ich habe mich für die billigere Variante entschieden, habe anfangs noch gesungen, laut Selbstgespräche geführt und ab und zu mit einem Stock gegen Bäume geschlagen. Irgendwann ist mir das dann aber doch zu blöd geworden und einen Tiefpunkt hatte ich zu dem Zeitpunkt auch, als ich realisieren musste das mein MP3-Player, obwohl ich ihn am Abend zuvor voll aufgeladen hatte und immer drauf geachtet habe das er nicht an ist, LEER war. Bitteres Ding! Und gerade weil mein Gesang nicht gerade die Vögel zum frohlocken bringt habe ich mich schlussendlich gegen das singen entschieden(mit MP3-Player hätte ich mein eigenes Gesang nicht mehr gehört)
Aber, ja, ich habe überlebt und ich bin auch auf keinen Bären getroffen. Allgemein habe ich nicht viel Wildlife gesehen, bis auf ein paar Goulfers(Erdmännchenartige Wesen), Steinböcke, Hirsche und Chipies(Eichhörnchen). Aber das war auch nicht der primäre Grund meines Ausfluges.
Zu erwähnen ist das obwohl ich nur vom nötigsten und mit dem nötigsten gelebt habe und trotzdem nicht sehr billig davon gekommen bin, so habe ich zum Beispiel für den Platz auf dem Campingplatz(sehr simples Ding mit Toiletten und einem wurde Feuerholz bereit gestellt) für eine Nacht 36 Dollar bezahlt! Ich meine mir ist klar das Kanada allgemein teurer ist, aber trotzdem halte ich das für einen sehr sportlichen Preis.

Am zweiten Tag, den Freitag ging es dann für mich mit meinem ganzen Zeug und dem Fahrrad weiter zum Lake Louise. Nachdem ich in Lake Louise Village auf dem Campingplatz mein Zelt aufgeschlagen hatte bin ich die 4 Kilometer noch mit dem Fahrrad hoch zum See selber gefahren und den Ausblick bei untergehender Sonne genossen! Es war einfach traumhaft(siehe am Ende die Fotos, wer aber zum Beispiel den Lake Louise googelt wird noch ein paar eindrucksvollere Bilder finden, da ich mit meiner Kamera natürlich nicht die allerbesten Bilder schießen kann)
Aber Bilder können das trotzdem nicht rüber bringen... man muss dagewesen sein! Man mus einfach dagewesen sein!!!
Überragend war dann noch die Abfahrt vom Lake Louise runter zum Campingplatz. Nachdem ich mich die Strecke raufzu noch gequält habe hatte ich jetzt eine steile, schnelle Abfahrt, vier Kilometer runterzu.
Am Samstag wars dasselbe Spiel, zunächst gings es mit dem Fahrrad hoch zum See. Die nächsten Stunden habe ich dann mit einem Bergmarsch verbracht auf den Fairviewmountain. Yeeeehaaaaaaaaaaaaaa, das war ein Ausblick, Hammermäßig, Sensationell! Trotz meines Jahres bei den Gebirgsjägern und vielen Bergmärschen war ich auf dem Gipfel sprachlos, ob der Weite des Landes und einfach der Schönheit die sich mir bot. Das ist definitiv nicht das Ergebnis eines Chemischen Vorgangs und viel Glücks, das ist einfach nur eine perfekte Schöpfung.
Im Anschluss an den Bergmarsch ging es für mich direkt weiter, wieder zurück Richtung Banff. Denn am Montag wurde ich von einem Mann in Canmore(eine Stadt weiter südlich von Banff) mitgenommen und wieder nach Hause gebracht. Mit seiner Frau habe ich während meiner Fahrradtour am Freitag gesprochen. Sie war ebenfalls mit dem ihrem Fahrrad unterwegs bei einem Tagestrip von Banff zum Lake Louise und zurück. Und da ihr  Mann am Montag durch mein Dorf nach Reddeer(nächste größere Stadt von meinem Dorf aus ) musste habe ich die Gelegenheit bekommen mit ihm mitzufahren. Genial!
Am Sonntag Abend habe ich noch zwei Studentinnen des Programms in Banff City besucht die dort als Housekeepers in einem Hotel arbeiten. Ansonsten habe ich die Rückfahrt einfach nur noch genossen. Der Lake Louise liegt höher als Banff, also ging es prinzipiell eher bergab und ich hatte etwas Rückenwind. Und so musste ich nicht wie auf dem Hinweg kämpfen, sondern konnte die Landschaft bestaunen.
Un so sind dann fünf überaus geniale Tage zu Ende gegangen, ich durfte mich auf eine Dusche freuen und wieder warme angenehme Nächte, nachdem mein Schlafsack, den ich kurz vorher gekauft hatte nur bis +10 bis +5 Grad ausgelegt war, die Nächte aber bis -5 Grad kalt waren :)
Ohh ja ich liebe Biwacks!!!
Und kalte Nächte haben mich auch nicht davon abgebracht mir zu schwören das bevor ich sterbe ich an diesen Ort noch einmal zurückkommen werde. Ja das werde ich und hier werdet ihr nun ein paar Gründe dafür sehen:







   Der Eisenhower Peak



@ Lake Louise



  Lake Louise von oben



   On top of Fairviewmount



   Der Biker-Miker


This is Canada!!!
Admin · 160 mal angesehen · 1 Kommentar

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