Der Urlaub vom Urlaub
24 Okt 2011 - 23:06:34

Ja Mann Urlaub vom Urlaub wer hat das schon? Auch wenn es natürlich übertrieben ist und ich will damit auch nicht sagen das ich hier nichts tue, aber gefühlt sind das hier acht Monate Urlaub. Weil Kanada ein, mein Traumland ist und hier alles für mich Urlaub ist :)

Und nun bin ich zurück aus Beautiful British Columbia, knappe zwei Wochen mal wieder umgeben von einer beeindruckenden Natur, tollen Menschen und vielen neuen Eindrücken und mit ein paar neuen Stories!!!

Los ging es am 24. September von der Farm aus mit Cliff und Shirley meinen Farmern nach Edmonton. Dadurch das am nächsten Tag mein Zug von Edmonton aus losfuhr haben wir das damit verbunden, dass Cliff und Shirley ihren Sohn Chris besucht haben und auch ich dort noch eine Nacht verbracht  habe, bevor es am Sonntag um 7.30 Uhr nach Vancouver losging.

Ich bin heiß auf die Westküste!

Gute 1,100 km liegen zwischen den beiden Städten, und in meinem Fall 26 Stunden Zugfahrt. Das heißt das war kein ICE oder TGV sondern ein Bummel-, ein Panoramazug. Aber es hat sich gelohnt und jeder der nach Kanada kommt sollte zumindest eine Teilstrecke mit dem VIA Rail oder anderen Gesellschaften fahren. Von Toronto bis nach Vancouver ist die Strecke die man mit VIA Rail zurücklegen kann. Das sind einige Kilometer, einige Tage und einige Kanadische Dollars die man da loswerden würde. Ich habe vermutlich den genialsten Streckenabschnitt mitbekommen. Durch den Jasper National Park, die Rocky Mountains und durch Beautiful British Columbia. Wie gesagt es war eine Art  Panoramazug. Mit zwei Bahnhöfen die wir zwischendurch angefahren sind und einer Raucherpause ;)  Besonders schönen Attraktionen, die man Teilweise auch nur zu Gesicht bekommt wenn man mit dem Zug fährt, wurden über die Lautsprecher angesagt und das Tempo wurde verlangsamt um jedem die Möglichkeit zu einem guten Foto zu geben. Fotos habe ich gemacht, einige und auch einige schöne! Das war wirklich einfach unglaublich!!! Ich bin immer von rechts nach links gehüpft um ein noch schöneres Foto zu bekommen… UNGLAUBLICH wie schön das war. Die Farben der Baumblätter verändern sich gerade und in dem Meer von Nadelbäumen sieht das natürlich genial aus wenn hier und da hellgrüne und gelbe Baumgruppen herausstechen. Dann noch die Berge und ab und zu hat die Sonne durchgeblinzelt – WAHNSINN






















Und auch wenn es gerade Nacht war und ich versucht habe in meinem Sitz zu schlafen und es geregnet hat als ich kurz Vancouver wieder aufgewacht bin, British Columbia ist schöne, wunderschön, das hat sich in den nächsten Tagen herausgestellt. In Vancouver angekommen musste ich zunächst schauen das ich das Festland schnell verlasse um auf Vancouver Island in die Hauptstadt BC’s – Victoria zu kommen, denn der nächste Programmpunkt stand auf dem Plan. So habe ich mich mit einem großen Rucksack auf dem Rücken und einem kleineren vor der Brust, sowie meinem Fahrrad(dem Fahrrad das mir John – Schwiegersohn von Cliff und Shirley für meine Zeit auf der Farm gegeben hat) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg Richtung Fähre gemacht. Die Öffis sind in Vancouver und Victoria auch das einzig preiswerte, was ich relativ schnell erkennen musste. Nachdem aufgrund des Wetters einige Fahrten mit der Fähre abgesagt wurden bin ich aber doch noch in Victoria gelandet. Auf der Busfahrt hatte ich dann einen netten älteren Herrn als Sitznachbarn, der mir schon die ersten Tipps und Geschichten von Victoria erzählt hat. Angekommen im Hostel musste ich die letzten Vorbereitungen treffen um am nächsten Tag auf dem West Coast Trail meine Herausforderung zu beginnen. Trotzdem war am Abend aber noch Zeit um mit einem Schweizer und einem Franzosen, die ich im Hostel kennen gelernt hatte noch ein(!für mich nur eins) Bierchen im Pub zu trinken.

Der West Coast Trail … ist prinzipiell ein Wanderweg. Gebaut wurde er um Leben zu retten, denn an diesem Küstenabschnitt kam es immer wieder zu Schiffsunglücken mit gestrandeten und zerschollen Schiffen mit vielen Toten. Gestorben sind die aber nicht alle beim Unglück selber sondern hinterher, weil sie den Weg nicht mehr zurück in die Zivilisation geschafft haben. Das liegt daran das es ziemlich unmöglich ist! So war die Regierung dazu gezwungen einen Rettungspfad zu bauen. Mittlerweile ist dieser Rettungspfad zur Attraktion für Sport- und Wanderbegeisterte geworden. 75 km durch die Wildnis, rauf und runter, am Strand entlang, durch Sumpfgebiete, Leitern hoch, Leitern runter. Es wird auf der Internetseite darauf hingewiesen, dass man das nur mit guter Vorbereitung und einem guten Fitnessstand machen sollte. Meine Vorbereitung war nicht unbedingt optimal und mein Fitnesszustand war nicht auf dem Hochpunkt auf dem ich ihn einmal hatte. Aber für mich stand fest das ich kämpfen MUSSTE, WOLLTE und auch TAT um keine 5-7 Tage zu brauchen wie es auf der Internetseite angegeben ist. Gelesen hatte ich bereits vor eineinhalb Jahren vom West Coast Trail, in einem Reiseplaner für Kanada den ich zu Weihnachten von meinen Eltern bekommen hatte. Der Autor hat 7 Tage das sind gute 10 km pro Tag – Ich konnte damals kein Verständnis dafür aufbringen :) Ich musste jedoch relativ schnell erkennen das, dass schon möglich ist. Nachdem ich von einer Mitarbeiterin des Trails an meinem Startpunkt, dem North Headquarter,  ein paar Tipps auf den Weg mitbekommen hatte wie ich mich beim einem  Zusammentreffen mit einem Bären, Wolf oder Berglöwen verhalten sollte und das ich auf den Gezeitenplan für Flut und Ebbe gucken sollte den sie mir mitgegeben hatte…                                 

Tag I

Start war dann am 27.09 um 14 Uhr – Nach ein paar Metern wartete die erste Leiter auf mich, ein treuer Begleiter über die nächsten 75 km! Nach Angabe der Trail Mitarbeiterin würde zunächst ein einfacher Part auf mich warten, nicht zu viele auf‘s und ab’s und nicht zu viele Bereich in denen man einsinkt. Im Nachhinein kann ich auf jeden Fall sagen das sie Recht hatte! Mein Ziel war daher so viele Kilometer wie möglich zu machen weil zu diesem Zeitpunkt der Faktor „Kraft“ noch keine große Rolle gespielt hat. Trotzdem war ich am Abend von meiner Leistung enttäuscht! Ich bin um 18.30 Uhr bei km 16 angekommen, an dem  sich ein Campground befand( = Platz mit Scheißhaus und Foodlocker, damit man nach dem Abendessen seine Lebensmittel nicht im Zelt behält und damit die Bären anlockt). An diesem Campground gab es aber noch eine Überwachungshütte, die unbewohnt aber offen war. Ich habe diese Chance natürlich genutzt um im warmen zu schlafen!!! Denn eine alte HMF Weisheit sagt: „In guten Zeiten, bereite dich vor auf die schlechten Zeiten“.  Ich hatte es warm, habe gut gespeißt, gut geschlafen und es gab trockenes Feuerholz in der Hütte welches ich gebrauchen konnte, da die Tage vor meinem Start regenreich waren. 

 




                                                                                             



 





 

 

 

 


Tag II

Am nächsten Morgen war Abmarschzeit um 0700. Nun stand ein langer Tag vor mir: denn es war weiterhin einfaches Terrain(im Vergleich zum letzten Abschnitt) , ich hatte erst einen halben Tag an laufen in den Beinen und am ersten Tag hatte ich enttäuscht. Das erste Ziel war km 32. Dort wartete eine Pause und etwas Mittagessen auf mich. Dort befand sich ein Hindernis welches ich nicht aus eigener Kraft bewältigen konnte – ein zu breiter Fluss. Zu breit für eine einfache Brücke und zu breit für ein stabil stehendes „Cable-Car“. Von daher war ich dort auf einen Indianer angewiesen der dort sein Boot hatte und Besucher des Trails hin und her schifft. Dort gab es dann für mich dann frisch gefangenen Lachs und eine Kartoffel(für billige 25 Kanadische Dollar).  Von da an ging es dann weiter für mich. Schließlich bis km 46. Da ich mir am Ende noch viel Zeit für Fotos genommen hatte war es bereits dunkel als ich mein „Zelt“ aufbaute. Dies trug nur bedingt dazu bei das etwas mulmige Gefühl loszuwerden…… 

 


Das Cable-Car

Mittagessen beim Indianer


so langsam wird es etwas sumpfiger

 

 

Ooooohne Worte!!!



...Fortsetzung folgt

 

 

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